26/08/2026
In unserer Kindheit hörten und lasen wir Geschichten, die uns gaben, was wir nicht hatten. Heldinnen, die zu Freundinnen wurden, zu denen wir aufschauten, die uns beschützten. Mit ihnen machten wir uns die Welt, wie sie uns gefiel, und sollten sie letztendlich doch verlieren. Nun macht uns die Welt so, wie wir ihr gefallen.
Ist das hier noch unsere Geschichte?
Ist das noch unser Leben?
Die Stunden mit Heike Geißler am Brandenburgischen Havelufer trugen einen Titel, der mehr Versprechen als Realität war: Und so erzähl ich mir mein Leben. Und der damit jener Heldin, jenem menschgewordenen Imperativ entspricht, der ihrem Roman seinen Namen gibt: Michaela Koolhaas.
Einst war sie eine gute Bürgerin, hielt sich schadlos und richtete keine Schäden an. »Jetzt sieht das anders aus.« Sie ist eine Suchende, eine, die austritt, die sich sehnt nach den doch eigentlich naheliegenden Möglichkeiten.
Eine, die fragt, was es noch geben kann, als jene »Wünsche von der Stange« (Ernst Bloch), von denen wir noch nicht wissen, dass uns ihre Erfüllung auf Dauer kein Glück bedeuten würde. Sie ist diese Frage selbst und, im Sinne ihrer eigenen Möglichkeit, ein Beispiel.
Schon um ihretwillen lohnt es sich, in uns zu gehen, einmal stehen zu bleiben im Auf und Ab der Jahre, Wochen und Tage. Dafür könnten wir Bücher lesen, teilhaben an einem Gespräch wie diesem oder einfach genauer hinschauen, bei uns selbst und jenen, die uns nahe sind.
Und so stehen wir trotz der Größe dieser Aufgabe nicht mit leeren Händen da. Wir haben etwas zu tun. Auch du, nicht?
Bis dahin danken wir Heike Geißler, dass sie uns ihren Blick auf die Welt gezeigt hat, und Holm-Uwe Burgemann für seine Moderation und die Idee zu dieser unverhofften Begegnung.
Sehen wir einander wieder?
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Ein Projekt im Rahmen des Havelsommers 2026
Video: Ole Burgemann