27/09/2024
Bestattung im Wandel der Zeit
Zeiten ändern sich, wie es so schön heißt. Auch vor der Bestattungskultur machen Veränderungen nicht Halt. Heute werfen wir einen Blick zurück und sehen uns an, wie sich unsere Wege der Bestattung und Trauer in den letzten Jahrzehnten gewandelt haben.
In den 1960er Jahren hatten wir noch einen Anteil von 90% Sargbestattungen, die in einem starren Rahmen zügig beigesetzt werden konnten.
Heute haben wir gelernt, dass Trauer ein individueller Prozess ist und die Wünsche der Verstorbenen und Bedürfnisse der Angehörigen stehen in einem größeren Fokus, denn durch verschiedene Möglichkeiten der Trauerfeier können unterschiedliche Menschen besser und einfühlsamer unterstützt werden.
Mittlerweile sind 70% der Bestattungen Feuerbestattungen – je nach Bundesland kann diese Zahl sogar noch höher, bis zu 90% ausfallen. Natürlich spielen die geringeren Kosten (Urnengräber sind günstiger und benötigen weniger, oder keine, Grabpflege und Kosten für den Grabstein entfallen meist) eine Rolle. Dazu kommt, dass viele Hinterbliebene nicht mehr am Ort ihrer Kindheit und somit des heimatlichen Friedhofes leben.
Neben der Art der Bestattung hat sich auch unser Blick auf die Trauerfeier selbst erweitert und es wird neuen Gebräuchen mehr Raum gegeben: Heutzutage gibt es oft freie Redner, anstelle eines Pfarrers, die Auswahl der Musik erfolgt ungezwungener, Abläufe erlauben mehr Freiraum: Eine Trauerfeier, so individuell wie jeder Mensch einzigartig ist.
In unseren Nachbarländern wandelt sich die Kultur sogar noch schneller; darüber berichten wir gerne ein anderes Mal genauer.
Zuweilen unterscheiden sich die Bedürfnisse der Angehörigen und des Verstorbenen. Das erkennbare Grab mag einem nicht wichtig sein, doch die Hinterbliebenen wünschen einen festen Platz zum Trauern. Auch solche Widersprüche sollten frühzeitig besprochen werden, wenn man sich über diese Fragen Gedanken macht.
Das Wichtigste bleibt, dass die Wünsche des Verstorbenen respektiert werden und ihm eine würdevolle Trauerfeier und Beisetzung zuteil wird – und daran wird auch der Wandel der Zeit nie etwas ändern.